12. Juni, C1 & C2

Früh morgens um 3.30 brechen wir in die Löw-Eisrinne auf. Blankeisstreifen durchziehen mittlerweile das Couloir und machen den Aufstieg anstrengend für die Wadenmuskulatur. Die bessere Akklimatisation macht sich dennoch bemerkbar - der Aufstieg fällt wesentlich leichter als noch beim letzten Mal. Dennoch lassen sich der Schweiß und einige Flüche bei der Überwindung der  Kinshofer-Wand nicht gänzlich unterdrücken. Bereits um 10.00 erreichen die Ersten Lager 2 und lassen sich die Sonne auf den Buckel brennen, die urplötzlich hinter dem Grat auf einen wartet. Die Temperaturen schießen dadurch gleich sprunghaft in die Höhe, 30 Grad und mehr im Zelt sind keine Seltenheit. So ist eine mediterrane Siesta nicht nur sinnvoll, sondern schon fast Pflicht, bevor die unvermeidbaren Lagerarbeiten (Schnee schmelzen, Zeltplattform verbessern, etc.) am Nachmittag wieder aufgenommen werden können. Vom Basislager bekommen wir Nachricht, dass Unser aus Gesundheitsgründen frühzeitig abgereister Mitstreiter, Ralf Marsula, gut zu Hause angekommen ist und, dass es ihm gut geht. Wir freuen uns sehr darüber und unsere Gedanken sind bei ihm.