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8. Juni, Fixseilinstallation C3 - C2
Die Anstrengungen des Vortags waren groß, so lassen wir uns am nächsten Morgen etwas mehr Zeit. Um 8.00 Uhr wird die Ausrüstung sortiert und verteilt, kurze Zeit später brechen alle auf, um den bisherigen Routenkopf dreihundert Meter höher zu erreichen, der tags zuvor von Rainer mit seinem Team eingerichtet worden war. Ein kombinierter Felsgrat führt mit einigen Aufschwüngen zu einem kurzen Firngrat empor. Dort, wo dieser in eine breite Eisflanke mündet, errichten wir ein Depot mit mehr als eintausend Meter Fixseil und viel Fixiermaterial. Zu viert – Ali, Qumbar, Joe und ich - steigen wir mit einigen hundert Metern Fixseil, Schrauben und Firnhaken beladen höher, um die Route weiter Richtung Camp 3 voranzutreiben. Der Rest des Teams – Helga, Jürgen, Alix und Flo kümmern sich nach ihrem Abstieg zum Lager um die nicht minder schweißtreibende Aufgabe, die Zeltplattformen zu verbessern. Die Verhältnisse in der Eisflanke sind anstrengend. Sanken wir auf dem Schneegrat noch bis zum Knie in tiefen Bruchharsch ein, liegen hier nur wenige Zentimeter Schnee auf dem pickelharten Blankeis.
Nach dem Verlegen von zweihundert Metern Fixseil stoßen wir auf alte Seile, die sich aber in tadellosen Zustand befinden. Mit einiger Mühe können wir sie aus dem Schnee herausreißen. Immer wieder sind sie jedoch auch so stark ins Eis eingeschmolzen, dass sie sehr vorsichtig herausgepickelt werden müssen, um sie nicht zu beschädigen. Beinahe erreichen wir die Serac-Terrasse auf 6600 Meter, als sich die Bewölkung – wie so häufig nachmittags – verdichtet und Schneefall einsetzt. Damit ist uns die Entscheidung abgenommen, wir deponieren alles Material am letzten Standplatz und machen uns gegen 16.00 Uhr an den Abstieg zum Lager 2. Rainer sollte so beim nächsten Anlauf leichtes Spiel haben, Camp 3 auf 6800 Meter Höhe zu erreichen. Bei Suppe, Vollkornbrot und Käse erholen wir uns von den Strapazen und fallen bereits früh in tiefen Schlaf. |