5. Juli, Erste Gipfel
Vor dem ersten Tageslicht sind wir wieder auf den Beinen und folgen dem Gletscherbecken, das sich von der gewaltigen Serac-Terrasse zum ersten Gipfel hin erstreckt. Schon bald wird der Schnee tief und wir spuren bis übers Knie durch Pulverschnee und Bruchharsch bis ins erste Joch. Von dort queren wir eine Schneeflanke knapp unter dem ersten Gipfel, ca. 6500 m hoch, hindurch und steigen auf ein weites Gletscherplateau hinab, das zu einem breiten Doppelgipfel hinaufführt, der uns wage ans Breithorn erinnert. Bei Windstille brennt die Sonne unbarmherzig auf uns herab, das Schuhwerk stollt auch ohne die längst abgenommenen Steigeisen unerbittlich, jeder Schritt wird von weiteren zwei Kilogramm Feuchtschnee beschwert. Erschöpft und erlöst kommen wir spätnachmittags an unserem Lagerplatz auf 6630 Meter Höhe an. Die letzte Steilflanke auf den Gipfel heben wir uns aufgrund der Verhältnisse für den nächsten Tag auf.