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9. Juli, Der Beschluss Zum Frühstück verzehren wir unsere letzte Ration Müsli, auch unsere anderen Vorräte sind bereits erschöpft. Dennoch hatten wir uns bisher nicht dazu hinreißen lassen, an der Weiterführung unseres Weges bis zum Hauptgipfel des Nanga Parbat zu zweifeln. Heute jedoch schaffen wir mit Mühe und Not die erste hundert Meter hohe Erhebung in eineinhalb Stunden. Wir sind total ausgebrannt, bereits seit einer knappen Woche halten wir uns in einer Höhe um die 7000 Meter auf. Wie üblich müssen wir durch dreißig Zentimeter hohen Bruchharsch mühsam eine Spur pflügen. Auch die Wetteraussichten lassen wenig Spielraum für Optimismus zu. Zwar scheint momentan die Sonne, doch die vom Tale heraufdrängenden Wolken lassen bereits die nächsten Graupelschauer erahnen. Nach längerem „Für“ und „Wider“ bleibt uns nur übrig anzuerkennen, dass eine Fortführung der Route keine Aussicht auf Erfolg haben würde. Bei den vorherrschenden Verhältnissen würde eine Weiterführung des Weges schätzungsweise weitere drei Tage benötigen, doch unsere Kräfte und Vorräte sind erschöpft, der tiefe Schnee und das schlechte Wetter lassen keine Diskussion zu: Wir müssen abbrechen, am einzigen Punkt, der dies gestattet, an dem von uns „Messner Col“ getauften Joch – das der Messner- Solo- Route durch die Diamir-Wand am nächsten kommt. Schon bald ist dieser Punkt erreicht und wir stellen unser Zelt auf und planen akribisch den komplizierten Abstieg durch die zerrissene Gletscherwand mit Hilfe einiger Fotos, die sich auf der Digitalkamera befinden, durch. Am nächsten Tag müssen wir schnell sein, von überall her im Gletscherkessel droht Eisschlag von den gewaltigen Seracs.
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