03. Juli, Passhöhe
Schon früh sind wir unterwegs, eigentlich wollten wir unseren Ausgangspunkt an nur einem Tag erreichen. Die vierhundert Meter durch mühsamen Blockschutt bis auf die Passhöhe scheinen kein Ende zu finden. Endlich langen wir in einer der Breschen an, die sich tief zwischen die umstehenden Fels- Gendarmen einschneiden – und starren jenseitig eine mindestens ebenso Entsetzen erregende Geröllrinne bis auf den Loiba- Gletscher hinunter. Über einige Steilstufe müssen wir dicht hintereinander abklettern, um Steinschlag zu entgehen. Dann rutschen und rasen wir so schnell es irgendwie geht talwärts. An der Ufermoräne des Loiba- Gletschers angekommen entledigen wir uns erst einmal des Staubs aus Kleidung, Mund und Nase. Einem kleinen Pfad, der sich als bald verliert, folgen wir dem Gletscher höher in Richtung Mazeno- Pass. Ungefähr eine Stunde bevor wir diesen erreichen, entdecken wir auf der orografisch rechten Seite die Zustiegsmöglichkeit zum Hauptkamm, die wir uns erhofft hatten: Eine
Geröll-, dann Schneeflanke – nicht zu lang oder steil, die uns in den Sattel vor der ersten markanten, vergletscherten Erhebung des Mazeno- Kamms leitet. An deren Fuß schlagen wir unser ABC-Lager auf und verbringen die kurze Nacht. Wieder sehen wir keine einzige Menschenseele.