Tagebuch
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14. Juli, Geplante Skiabfahrt Nanga Parbat Nachdem der Wetterbericht für die kommenden drei Tage wieder hervorragendes Wetter verspricht, kann es Luis nicht lassen, es nochmals mit der Skibefahrung des Nanga Parbat zu versuchen. Die Verhältnisse haben sich in den vergangenen 14 Tagen wieder etwas erholt, wiederholt hatte es in der Zeit der Mazeno Ridge-Begehung Neuschnee gegeben, der sich mittlerweile gut gesetzt hat. Stundenlanges Beobachten der Diamirflanke – vor allem der zahlreichen, riesigen Serac-Abbrüche in der Wand und der immer wieder daraus hervorbrechenden Eislawinen – haben gezeigt, dass die Linie der geringsten Gefährdung vom Gipfel über das Gipfelcouloir auf das erste Schneefeld führen, dann im Abfahrtssinne nach links über der Bruchkante des ersten großen Serac-Abbruchs folgen muss. Die anschließende „Wendeltreppe“ – ein schmaler, verwundener und zerschrundener Gletscherarm, durch den auch die Messner- Solo- Route verläuft, erfordert viel Fingerspitzengefühl und Orientierungsvermögen, bevor es dann auf die unteren Gletscherplateaus weitergeht. Auf den tiefsten Gletscherterrassen stellen dann vor allem die zahlreich vorhandenen Gletscherspalten noch einmal den Orientierungssinn auf die Probe. Die Skiabfahrt soll am Mittwoch den 16.7. nach einem Schnellaufstieg in einem Tag erfolgen. Aus taktischen Gründen – die Eis- und Steinschlaggefahr in der Löw- Eisrinne ist zu extrem, um sie mitten am Tag anzugehen – muss Luis bereits am 15. Frühmorgens durch die Rinne aufsteigen, dann auf Camp 2, 6070 m, einige Stunden abwarten, bevor er seinen Aufstieg über Camp 3 und 4 hinweg durch die Nacht hinweg fortsetzen kann, um in den Vormittagsstunden den Gipfel erreichen und die Skiabfahrt bis spätestens Mittag antreten zu können. Andernfalls würde die Abfahrt unter den vielen Seracs hindurch zu einem unkalkulierbaren Vanbanque-Spiel werden. |